Im Jena-Plan gibt es Kurse unterschiedlicher Art, in denen „straffere“ Arbeitsformen eingesetzt werden als im Gruppenunterricht. Ziel ist es, einen „Mindestlernstoff“ zu übermitteln, der für die Bewältigung des späteren Lebens nötig ist.

Die Vermittlung des Lehrinhalts findet, im Unterschied zum Gruppenunterricht, nicht in den Stammgruppen statt. Im Kursunterricht werden Schüler gleicher oder ähnlicher Begabung u.a. in Niveaukursen zusammengefasst. Erst bei Beherrschung des geforderten Stoffes rücken die Schüler in den nächsthöheren Kurs auf.

Neben den Niveaukursen gibt es Einführungs- (1. Schuljahr: Einführung in Lesen, Schreiben, Rechnen, Umgang mit Arbeitsmitteln) und Einschulungskurse (Einschulung in verschiedene Techniken, z.B. die Bearbeitung erdkundlicher Hilfsmittel). Zusätzlich werden auch Wahlkurse, die sich auf spezielle Interessen der Kinder, wie Fotografie, Computer oder Internet beziehen, und Übungskurse zum Training bestimmter Fertigkeiten angeboten.

Besonders wichtig ist beim Lernen in den Kursen die Aneignung methodischer Verfahren. Wissen verändert sich sehr schnell, deshalb ist die Bereitschaft des selbstständigen Weiterlernens zur Anpassung an neue Gegebenheiten nötig.

 

Zeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

08.00-09.00

 

Kurse

Kurse

Kurse

Kurse

Kurse

09.00-10.40

Morgen- feier Kreis

Kulturkundliche Gruppenarbeit

Naturkundl. Gruppen- arbeit

Wahlkurse nach Bedarf

10.40-11.15

      Pause: Frühstück – 10 Minuten – Turnen – Spiel

11.15-12.00

Kulturkundliche Gruppenarbeit

Naturkundl. Gruppen- arbeit

Gestaltungs- lehre

Freies Arbeiten

12.00-13.00

Einschulungs- und Übungskurse (nach Bedarf)

Zeichnen Werk- unterricht

Wochen- schlußkreis

 

 

Sport- nachmittag

 

 

Gestaltungs- lehre

 

               

Wochenarbeitsplan nach Peter Petersen und Mitarbeitern. (1, S.76)

Der Kursunterricht bildet im Gegensatz zum Gruppenunterricht, in dem weitgehend selbstständig gearbeitet wird, eine geschlossene Unterrichtsform. Kurse sind geprägt von der Darstellung von Lehrstoff durch den Lehrer, Frontalunterricht und geleitetem Unterrichtsgespräch. Es werden dabei Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt, die durch den Schüler selbst nur sehr schwer zu erarbeiten sind. In der Erarbeitungsphase im Gruppenunterricht können Mängel an Fertigkeiten auftreten. Im Idealfall entsteht so ein „sekundäres Interesse des Kindes an Lehrgängen, Kursen, Einführungen, Übungen etc.“ (10, S.14). Praktisch heißt das: Ein Kind bearbeitet im Gruppenunterricht das Thema ,Mensch und Beruf´. Um über seinen ausgewählten Beruf ,Mediengestalter´ die typischen Arbeitsbereiche herauszufinden, will es in einer Informationsbroschüre mit Inhaltsverzeichnis nachsehen. Es weiß aber nicht, wie dies zu benutzen ist. Diesen Umgang mit Informationen, in Lexika oder Informationsbüchern, erlernt es in Kursen. Da der Schüler erkannt hat, dass der Umgang mit Information nötig für seine selbstständige Erarbeitung ist, entsteht ein sekundäres Interesse, diese Handhabung zu erlernen.

weitere Merkmale: