Bereits 1920 spricht sich Petersen gegen Jahrgangsklassen aus.

Entgegen des auch heute noch praktizierten „Treppensystems“, der Aufteilung in Jahrgangsklassen, beinhaltet der Jena-Plan das „Prinzip des Altersstufenaufbaus“, d.h. Schüler werden aufgrund ihrer Entwicklung in Altersstufen aufgeteilt, und zwar folgendermaßen:

1-3. Klasse:            Untergruppe

4.-6. Klasse:            Mittelgruppe

7.-8. Klasse:            Obergruppe

bei 10 Jahren: 9./10. Klasse: Jugendlichengruppe (vgl. dazu auch Übersicht)

Diese Aufteilung erfolgte nach Versuchen, Untersuchungen und Erkenntnissen aus der Psychologie über die Altersreihe, wobei nach Petersen eine „entwicklungs- und erziehungsmäßige Zusammengehörigkeit von rund drei Jahrgängen im Gemeinschaftsleben“ (2, S. 72) erschlossen werden kann.  Die Gruppierung in Stammgruppen ist demnach nicht willkürlich.

Das Bildungsgefälle innerhalb der Stammgruppe macht „Unterrichtsleben“ erst sinnvoll und schafft gute Arbeitsverhältnisse. Die drei Jahrgänge stehen in einem Verhältnis von Lehrling zu Geselle und zu Meister. "Gute Arbeitsverhältnisse" bedeuten hierbei, dass „schwächere Leistungen nicht als Makel auffallen“ – es gibt immer jüngere Schüler – und dass „Helfen nicht als schamvoll erlebt wird.“ (13, S. 9) Dadurch entsteht eine angenehme Atmosphäre, die durch Rücksicht und Zusammenarbeit geprägt ist.

Durch das Erleben aller drei Jahrgänge einer Stammgruppe und Wechsel in die nächsthöhere muss sich jeder Schüler mehrmals neu einordnen. Das erleichtert besonders Schulanfängern den Einstieg, da sie in die Gemeinschaft integriert werden.

 

Übersicht: Aufteilung der Stammgruppen nach Alter und Schuljahr. Beinhaltet auch die zu vermittelnden Grundkenntnisse. (2, S.72)

 

Schuljahr

Stammgruppe

Lebensalter

10.

Jugendlichengruppe

Berufsvorbereitende Bildung – Gruppenunterricht, daneben Fachkurse mit Wahlmöglichkeiten (Orientierungsmöglichkeit) – Fachgruppenlehrer und Fachlehrer

 

 

15.

9.

14.

8.

Obergruppe

Fortsetzung und Vertiefung der Arbeit der Mittelgruppe – Gruppenarbeit, Bearbeitung gesellschaftlicher Fragen – Verstärkung der fachlichen Kurse – größere Wahlmöglichkeit; evtl. zweite Fremdsprache – Fachgruppenlehrer, stärkeres Hinzutreten von Fachlehrern

 

13.

7.

12.

6.

Mittelgruppe

Gruppenarbeit in Kultur-, Erd- und Naturkunde – Niveaukurse in Sprachlehre und Rechnen – Wahlkurse nach Bedarf – Fachkurse: z.B. 1.Fremdsprache, Geschichte, Physik usw. – Gemeinschaftsformen; mus.-gymn. Erziehung – Religion – Fachgruppenlehrer, daneben Fachlehrer

 

11.

5.

10.

4.

9.

3.

Untergruppe

Einführung in Grundkenntnisse – Erarbeitung des Lesens, Schreibens, Rechnens – Freies Arbeiten in Gruppen – Lernspiele – Gespräch über Themen mit heimatkundl. Und sachkundl. Inhalt – Gesamtunterricht (im Sinne B. Ottos) – Malen – mus.-gymn. Erziehung – Religion – i.d.R. Einlehrersystem

   

8.

2.

7.

1.

 

6.

 

weitere Merkmale: