Ein Begriff, der zwar im Jenaplan Peter Petersens so noch nicht benannt wurde, jedoch dessen Konzept entspricht, ist  „Weltorientierung“. Nach Kees Both ist der Ausdruck circa 25 Jahre alt und „spezifisch niederländisch“ (12, S. 4). Der Ausdruck wurde durch Suus Freudenthal geprägt, die gemeinsam mit anderen einen Begriff suchte, der ihrer Auffassung von Lernen bei Kindern entsprach. Diese Auffassung sieht im Kind das Individuum, das „zusammen mit anderen aktiv ihr Wissen selbst konstruiert“ (12, S. 5). Dabei meint Welt´ die Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes. Und in dieser Welt orientiert sich das Kind selbstständig, aktiv und ganzheitlich.

Dafür sind Fähigkeiten notwendig, die dem Kind vermittelt werden sollen. Es gibt viele Arten, auf welche sich der Mensch Wissen aneignen kann, nach Seitz sind es z.B. Sammeln; Orden und Gliedern; Fragen, Befragen, Nachfragen; Beobachten; Beschreiben; Untersuchen; Nachschlagen, Nachlesen, etc. Seitz sieht auch die kritischen Aspekte der Weltorientierung. Es gäbe die Gefahr, dass das Interesse des Kindes auf die Orientierung eingeschränkt wird, die man selbst, als Erwachsener, in der Welt hat.

Ein wichtiger Aspekt der Weltorientierung ist die Selbstständigkeit. Diese wird auch im Jenaplan, vor allem im Gruppenunterricht, gefördert. Wie bereits beim Link „Gruppenunterricht“ beschrieben, wird bei der Auswahl des Themas das Interesse des Kindes mit einbezogen. Während der Bearbeitung können sich die Schüler mit anderen austauschen, eigene Erfahrungen können verwendet werden, durch Studien in Büchern und Lexika wird die Erarbeitung vervollständigt. Gerade das Nachschlagen in Informationsbüchern stellt eine grundlegende Fähigkeit dar, die jeder Schüler benötigt, nicht nur, um in der Schule erfolgreich zu sein, auch, um sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden. Durch die ständige Zunahme von Wissen, ist es wichtig, selbstständig weiterlernen zu können. Dies beinhaltet auch das Aneignen und das Lernen der Aneignung von strukturellem Wissen, also dem Wissen von Zusammenhängen von Sachverhalten, um sich auch später in der sich ständig wandelnden Welt orientieren zu können.

Merkmale des Jenaplans nach Peter Petersen