Der Wochenarbeitsplan nach Peter Petersen passt sich dem Tages- und Wochenarbeitsrhythmus des Kindes an. Die Tagesarbeitskurve hat nach Dietrich (1995) ihren Höhepunkt bei ca. 10 Uhr und einen zweiten, allerdings nicht so starken Anstieg, zwischen 15 und 16 Uhr. Innerhalb der Woche verläuft die Kurve ansteigend bis Mittwoch, danach absteigend. Im Wochenarbeitsplan kann der Schüler Inhalte mitbestimmen und über die Intensität seiner Arbeit entscheiden. Dadurch kann sich das Kind seinem persönlichen Rhythmus anpassen.

Auch die Aufteilung  des Arbeitsplans richtet sich nach dem Biorhythmus. So beginnt der Montag Morgen mit Gemeinschaftsformen, wie Feier, ebenso endet der Unterricht am Samstag.

Wochenarbeitsplan nach Peter Petersen und Mitarbeitern. (1, S.76)

Der Wochenarbeitsplan gliedert sich in „Pädagogische Situationen“. Diese definiert Petersen alsproblemhaltige Lebenskreise von Kindern oder Jugendlichen um einen Führer, von diesem in pädagogischer Absicht derart geordnet, daß jedes Glied des Lebenskreises genötigt (gereizt, aus sich heraus getrieben) wird, als ganze Person zu handeln, tätig zu sein.“ (16, S. 20) Eine Pädagogische Situation ist demnach eine Phase, in der der Schüler ganzheitlich und von seinem Tun überzeugt nach seinen eigenen Interessen handelt.

Nach Dietrich gibt es im Jenaplan folgende Pädagogische Situationen:

Petersen meint dazu: „Alles und alles kommt darauf an, in den Schulen in reichstem Maße solche Situationen zu schaffen, in denen das volle Selbst der Schüler in Tätigkeit gesetzt wird. Denn es offenbart sich erst in echter Selbsttätigkeit nun eben dieses ´Selbst´ des Schülers.“ (2, S. 75) Das bedeutet also, dass während des Unterrichts das Kind möglichst eigenständig arbeiten soll, da nur in diesen Phasen das wirkliche Können und seine  individuelle Art des Arbeitens erkannt werden kann.

Vor der Pause findet überwiegend Kursunterricht, neben Gruppenunterricht und Gestaltungslehre, statt. Unter letztere fallen im Jenaplan Zeichnen und Werkunterricht. Die anschließende gemeinsame Pause dient einem gemeinschaftlichen Frühstück, Vorlesen, Turn- und freien Spielen. Auch wenn die Pause meist nicht als Unterricht ansehen wird, hat sie doch großen pädagogischen Wert. Gerade das gemeinsame Frühstück, bei dem man sich ganz natürlich unterhalten kann, ist sehr wichtig. Auch das bewusste Essen, das gerade in unserer Gesellschaft oft vernachlässigt wird, ist dabei bedeutsam. Diese große Pause gliedert den Unterrichtsvormittag in zwei Hälften. Anschließend folgt in der Regel Gruppenarbeit.

Der Wochenarbeitsplan besteht aus flexibel anwendbaren Vorschlägen, die sich auf eine oder auch mehrere Wochen beziehen. Er beinhaltet auch Aktivitäten, die außerhalb der Schule liegen („Freizeit außerhalb der Schule“, 14, S. 83). Dabei wird auch auf Abwechslung von Unterrichts- und Sozialformen (Kursarbeit, Gruppenarbeit) und Inhalten (z.B. Kursinhalte und Feiern) geachtet.

weitere Merkmale: